von

Glück

Der frühe Feger

Der frühe Feger
von Frank Wollmann, Dresden 09.04.2026

Der frühe Feger auf dem Dach
kann ringsum in die Ferne schauen,
sieht und hört so manches Ach,
auch welche, die schwer zu verdauen.

Selbstverständlich auch schöne Sachen,
schließlich verkörpert er das Glück,
eine Frau glücklich machen,
möcht ihn berühren einen Augenblick.

Allein das Wissen, dass er schwindelfrei,
lässt ihn allmächtig doch erscheinen,
kehrt er den Schornstein mit Gefühl,
fangen die Frauen an zu weinen.

Früh steht er neben der Morgensonne,
sein Schatten fällt ins Gegenüber,
dort räkelt sich ein Körper voll Wonne
noch ganz ohne Höschen, ohne Mieder.

Im Haus Nebenan hört er's schelten,
man streitet sich über Politik,
ist uneinig über die Welten,
da schaut er wieder zurück.

Das Fräulein jetzt angezogen,
sieht wie eine Geschäftsfrau aus,
ein Mercedes kommt angeflogen
und hält vor ihrem Haus.

Der Schornstein ist längst gekehrt,
die schwarze Katze quert die Straße,
ein Feger wird immer verehrt,
hat er die richt'ge "Nase".

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