von Frank Wollmann, Dresden
Die Natur ein Heiligtum
Die Natur ein Heiligtum
von Frank Wollmann, Dresden 07.10.2025
All die Formen, Farben, nichts drängt die Natur zu Ruhm,
die Prozesse nicht zu vergessen,
kürt sie dennoch zum Heiligtum.
Wie viel Quantensprünge wir auch vollführen,
gleich den Geistern, die wir riefen,
die Natur wird niemals uns gehören,
war schon da, als wir noch schliefen.
Mit Raketen längst im All,
Kernfusion gar nachgestellt,
forschen an dem Urzeit-Knall,
undurchdringlich scheint die Welt.
Es sind nicht die Einzeldinge.
Sie durchdringen wir sehr leicht
mit des Menschen Erkenntnisklinge,
doch diese nicht bis ins Innere reicht.
Schwer durchdringbar die Komplexe,
die Vernetzung Wasser, Boden, Luft,
unendlich die Formeln und Gesetze,
allein schon zu entschlüsseln einen Duft.
Würden wir der Gier nur nicht verfallen,
hörten mehr auf die Natur,
würde ihr es sehr gefallen,
manch verlorenes zauberte sie hervor.
Wenn wir glauben, mit KI zu lenken,
dass wir Herr sind aller Reusen,
nicht an Goethes Faust hier denken,
öffnet die Natur all ihre Schleusen.
Verneigt euch vor dem Heiligtum
gleich wohl auch vor dem Leben,
das Wahre ist nicht der Ruhm,
nach Liebe soll man streben.